Christlicher Workaholic
Doch die auf Jahwe hoffen, gewinnen neue Kraft. Wie Adler breiten sie die Flügel aus. Sie laufen und werden nicht müde, sie gehen und werden nicht matt. (Jesaja 40:31, Bibel Heute)
Ich erinnere mich
wie ich in den Pausen in meiner Oberschule herumlief und betete, dass
ich Menschen treffen würde, denen ich von Jesus erzählen könnte.
Ich kam immer vor Beginn des Unterrichts in die Schule, um für die
Schule zu beten, und blieb nach dem Unterricht, um für die Schule zu
beten.
Ich glaubte, dass die gesamte Verantwortung für die
Erlösung der Menschen auf meinen Schultern lastete. Dass Gott dies
von mir verlangte, wenn ich ein wahrer Christ sein wollte. Natürlich
wollte ich, dass die Menschen die Liebe erfahren, die ich erfahren
hatte, aber das war jetzt nicht mehr
meine Hauptmotivation. Es
war nicht die Liebe die mich antrieb. Im Gegenteil, ich
hatte
begonnen unter einem starken religiösen Zwang zu leben.
Ich war ein braves Mädchen, das Christin geworden war und sie hatte
das Gefühl dass sie eine Menge Dinge für Gott tun musste, um sich
geliebt und akzeptiert zu fühlen.
Die Scham in mir war zunächst
durch Mobbing entstanden, wurde aber später durch ungesunde
Theologie von der Kanzel noch verstärkt. Und diese Scham trieb mich
in den Wahnsinn. Sie brachte mich dazu alle Grenzen dessen zu
überschreiten, was ein Mensch ertragen kann.
Neben meiner
Evangelisation in der Schule war ich auch in meiner Freizeit auf den
Straßen und Plätzen unterwegs, sogar nachts, und versuchte, von
Jesus zu erzählen und Menschen auf verschiedene Weise zu helfen. Ich
versuchte, für alle da zu sein – in der Kirche, beim Training, zu
Hause beim Lernen und für meine Mutter, der es nicht so gut ging.
Ich wurde zu einem christlichen Workaholic, der versuchte, vor dem
Gefühl der Scham zu fliehen, indem ich fleißig, engagiert und
leistungsfähig war.
Schließlich stieß ich an meine
Grenzen.
Ein Workaholic im Reich Gottes zu sein sollte per
Definition unmöglich sein. Laut der Bibel geht es im Reich Gottes
darum in seine Ruhe einzugehen. Nach allem was in Gottes Wort gesagt
wird, hätte ich mich stattdessen einfach auf einen Stuhl setzen
sollen und von Gott empfangen zu werden. Aber leider war ich nicht
tief genug in der Bibel und in Gottes Liebe verwurzelt, um all den
negativen Gedanken über mich selbst widerstehen und dies verstehen
zu können.
Ich hätte Hilfe gebraucht. Jemanden der „Stopp”
gesagt hätte. Ich hätte jemanden gebraucht,
der meine Motive
hinterfragt hätte. Ich hätte Menschen gebraucht die mir meine Scham
offenbart hätten. Ich hätte Menschen gebraucht die mir gezeigt
hätten wie unendlich geliebt ich bin. Ich hätte Menschen gebraucht
die mir gesagt hätten: Hör auf, Gott zu spielen!
Der Gott der Bibel
hat bewiesen, dass keiner von uns sich für das was er ist, schämen
muss. Am Kreuz hat er gezeigt, dass er bereit war alles zu tun, damit
wir Vergebung erfahren und eine vertraute Beziehung zu Gott haben
können.
Der Tod Jesu ist der ultimative Beweis dafür, wie
unendlich wertvoll und geliebt wir in seinen Augen sind.
Gott
möchte, dass wir zu ihm fliehen, wenn wir uns schämen und nicht vor
ihm davonlaufen.
In Gottes Armen sind wir vollkommen sicher.
Wenn wir in seinen Armen ruhen, schenkt er uns Frieden, innere
Heilung und neue Kraft. Wir dürfen seine Wahrheit über uns
annehmen. Sie vertreibt die Lügen, wenn wir an ihr festhalten. Wie
auch immer es Ihnen oder mir geht, ich möchte
Sie und mich
selbst ermutigen, diese Liebe anzunehmen.
Gott hatte an diesem
Tag beim Zeltgottesdienst begonnen mir das Gefühl zu geben, geliebt
zu sein.
Aber Zweifel und alte Wunden machten es mir schwer auf
seine Liebe zu vertrauen.
Jetzt im Nachhinein sehe ich, dass ich
versuchen muss in Gottes Liebe anzukommen. Einfach
neben Gott
herzugehen und so neue Kraft und neuen Mut zu finden.



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