Montag, 1. Dezember 2025

Aus Kapitel 8 des Buches

 


Christlicher Workaholic


Doch die auf Jahwe hoffen, gewinnen neue Kraft. Wie Adler breiten sie die Flügel aus. Sie laufen und werden nicht müde, sie gehen und werden nicht matt. (Jesaja 40:31, Bibel Heute)


Ich erinnere mich wie ich in den Pausen in meiner Oberschule herumlief und betete, dass ich Menschen treffen würde, denen ich von Jesus erzählen könnte. Ich kam immer vor Beginn des Unterrichts in die Schule, um für die Schule zu beten, und blieb nach dem Unterricht, um für die Schule zu beten.
Ich glaubte, dass die gesamte Verantwortung für die Erlösung der Menschen auf meinen Schultern lastete. Dass Gott dies von mir verlangte, wenn ich ein wahrer Christ sein wollte. Natürlich wollte ich, dass die Menschen die Liebe erfahren, die ich erfahren hatte, aber das war jetzt nicht mehr
meine Hauptmotivation. Es war nicht die Liebe die mich antrieb. Im Gegenteil, ich hatte
begonnen unter einem starken religiösen Zwang zu leben. Ich war ein braves Mädchen, das Christin geworden war und sie hatte das Gefühl dass sie eine Menge Dinge für Gott tun musste, um sich geliebt und akzeptiert zu fühlen.
Die Scham in mir war zunächst durch Mobbing entstanden, wurde aber später durch ungesunde Theologie von der Kanzel noch verstärkt. Und diese Scham trieb mich in den Wahnsinn. Sie brachte mich dazu alle Grenzen dessen zu überschreiten, was ein Mensch ertragen kann.

 

 

Neben meiner Evangelisation in der Schule war ich auch in meiner Freizeit auf den Straßen und Plätzen unterwegs, sogar nachts, und versuchte, von Jesus zu erzählen und Menschen auf verschiedene Weise zu helfen. Ich versuchte, für alle da zu sein – in der Kirche, beim Training, zu Hause beim Lernen und für meine Mutter, der es nicht so gut ging. Ich wurde zu einem christlichen Workaholic, der versuchte, vor dem Gefühl der Scham zu fliehen, indem ich fleißig, engagiert und leistungsfähig war.
Schließlich stieß ich an meine Grenzen.
Ein Workaholic im Reich Gottes zu sein sollte per Definition unmöglich sein. Laut der Bibel geht es im Reich Gottes darum in seine Ruhe einzugehen. Nach allem was in Gottes Wort gesagt wird, hätte ich mich stattdessen einfach auf einen Stuhl setzen sollen und von Gott empfangen zu werden. Aber leider war ich nicht tief genug in der Bibel und in Gottes Liebe verwurzelt, um all den negativen Gedanken über mich selbst widerstehen und dies verstehen zu können.
Ich hätte Hilfe gebraucht. Jemanden der „Stopp” gesagt hätte. Ich hätte jemanden gebraucht,
der meine Motive hinterfragt hätte. Ich hätte Menschen gebraucht die mir meine Scham offenbart hätten. Ich hätte Menschen gebraucht die mir gezeigt hätten wie unendlich geliebt ich bin. Ich hätte Menschen gebraucht die mir gesagt hätten: Hör auf, Gott zu spielen!


Der Gott der Bibel hat bewiesen, dass keiner von uns sich für das was er ist, schämen muss. Am Kreuz hat er gezeigt, dass er bereit war alles zu tun, damit wir Vergebung erfahren und eine vertraute Beziehung zu Gott haben können.
Der Tod Jesu ist der ultimative Beweis dafür, wie unendlich wertvoll und geliebt wir in seinen Augen sind.
Gott möchte, dass wir zu ihm fliehen, wenn wir uns schämen und nicht vor ihm davonlaufen.
In Gottes Armen sind wir vollkommen sicher. Wenn wir in seinen Armen ruhen, schenkt er uns Frieden, innere Heilung und neue Kraft. Wir dürfen seine Wahrheit über uns annehmen. Sie vertreibt die Lügen, wenn wir an ihr festhalten. Wie auch immer es Ihnen oder mir geht, ich möchte
Sie und mich selbst ermutigen, diese Liebe anzunehmen.
Gott hatte an diesem Tag beim Zeltgottesdienst begonnen mir das Gefühl zu geben, geliebt zu sein.
Aber Zweifel und alte Wunden machten es mir schwer auf seine Liebe zu vertrauen.
Jetzt im Nachhinein sehe ich, dass ich versuchen muss in Gottes Liebe anzukommen. Einfach
neben Gott herzugehen und so neue Kraft und neuen Mut zu finden.


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