Prüfe
Sieh, daß ich deine Vorschriften lieb habe; nach deiner Güte, Jehova, belebe mich! 160Die Summe deines Wortes ist Wahrheit, und alles Recht deiner Gerechtigkeit währt ewiglich.(Psalm 119: 159-160 ELB)
Jesus war mir begegnet und hatte mir gesagt, dass er mich liebte. Das veränderte den Fokus meines Lebens vollständig. Ich war verliebt und verrückt nach Gott und wollte, dass alle von ihm hörten und dasselbe erleben durften, was ich erlebt hatte.
In meinem Herzen brannte ein Feuer, ein Feuer, das es dort zuvor nie gegeben hatte. Ich sang, spielte Gitarre, las die Bibel und erzählte von Jesus und was er für mich getan hatte.
Für viele in meinem Umfeld muss das wohl aufdringlich gewirkt haben. In der Schule verspotteten mich die Leute. Das war natürlich schwer für mich und ich fühlte mich allein. Aber jetzt hatte ich eine Grundlage der Liebe, auf die ich mich stützen konnte, wenn die bösen Kommentare kamen.
Nach ein oder zwei Jahren begann ich jedoch zu spüren, dass es Wunden aus meiner Kindheit gab, die nicht verheilt waren. Ich wollte leben und liebte meinen Gott, aber ich spürte einen starken Schmerz in mir.
In den Predigten, die ich hörte, war es ein wiederkehrendes Thema, dass wir Christen mehr für Gott tun sollten. Diese Predigten lösten jedoch in mir ein tiefes Schamgefühl und Angst aus. Ich tat doch bereits alles was ich konnte, um Jesus nachzufolgen und seinen Namen bekannt zu machen. War das nicht genug?
Ich begann zu erkennen, dass ich Hilfe brauchte. Nun drehte sich mein Leben immer mehr darum, wie ich Hilfe von Gott empfangen könnte. Ich fühlte mich zu Zusammenkünften und Gottesdiensten hingezogen bei denen ich deutlich spüren konnte, was ich als Gottes Gegenwart empfand.
Und oft erlebte ich Dinge die
mir das Gefühl gaben von Gott angenommen und gesehen zu werden.
Ich war jedoch jung und nicht ausreichend mit Gottes Wort vertraut, um unterscheiden zu können was gesund und was ungesund war. In meiner Verzweiflung glaubte ich alles was während dieser charismatischen Versammlungen gesagt wurde. Ich begann Lehren anzunehmen, die nicht zum normalen gesunden Christentum gehören, sondern Ergänzungen und Erfindungen sind die man als Irrlehren bezeichnen kann.
Ich hatte noch nicht verstanden, wie wichtig es ist immer zu prüfen, was von der Kanzel oder der Bühne verkündet wurde. Dass die Summe von Gottes Wort die Wahrheit ist.
Nicht einzelne Bibelverse die so verdreht wurden, dass sie etwas anderes bedeuteten als das was als sie geschrieben wurden.
Nur weil das was man hört und erlebt sich im Moment euphorisch und gut anfühlt, ist das noch keine Garantie dafür, dass es gut ist daran zu glauben. Was gesund ist bringt auf lange Sicht gute Früchte hervor, Früchte wie Frieden, Liebe, Fürsorge und Geduld. Dinge die dazu führen, dass man sicher und stabil in seiner Beziehung zu Jesus sicher und stabil macht und Lügen aufdecken kann die das Gute zerstören und ruinieren.
Ich wusste nicht, dass dies so wichtig ist. Dass es unter den guten Dingen auch schlechte Dinge geben kann, die geradezu lebensgefährlich sind. Ich wusste nicht, dass ich wachsam sein muss und mich nicht nur von starken Gefühlen leiten lassen darf.
Es ist leicht in solche Situationen zu geraten wenn man jung oder neu im Glauben ist. Wenn man sich sehr danach sehnt und verzweifelt darauf wartet Gott zu begegnen.
Es waren nicht die charismatischen Ausdrucksformen in den Gottesdiensten an sich, die falsch waren (was ich später als Gegenreaktion zu glauben begann). Es waren die Theologie unddie Lehren. Innerhalb der Glaubensbewegung gibt es beispielsweise eine Lehre über das „Bekenntnis”. Dabei kan es darum gehen dass man „bekennen” soll, dass man von einer Krankheit geheilt wurde.
Es kommt vor dass Menschen auf diese Weise „bekennen”, dass sie geheilt und von verschiedenen Krankheiten befreit worden sind, obwohl es offensichtlich ist, dass dies überhaupt nicht der Fall ist.
Wenn man bekennt, dass man von
einer Krankheit geheilt ist, obwohl der ganze Körper und Geist die
Heilung nicht erfahren lernt man der Realität nicht zu vertrauen.
Dies kann dazu führen, dass man sich verwirrt, ängstlich und verunsichert fühlt. Und diese Früchte sind nicht Gottes Werk.
Also trauen Sie sich, es zu versuchen! Lesen Sie nach und fragen Sie andere Gläubige und den Heiligen Geist. Schauen Sie in Gottes Wort nach, ob das, was Sie gelernt haben, stimmt!



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